Rosa Tulpen in Aquarell

Meine Blumenstillleben entstehen meist in Aquarell – eine Technik, die Geduld verlangt und genaue Planung. Ich kombiniere gerne feine Tintenlinien mit den fließenden Verläufen der Aquarellfarbe. Dabei ist Präzision unerlässlich: Noch bevor der erste Pinselstrich sitzt, muss klar sein, welche Flächen hell bleiben, wo das Licht auf die Blüten trifft, wie es sich auf Blättern bricht.

Denn Aquarell kennt keine Gnade. Man arbeitet von hell nach dunkel. Hat man einen Bereich erst einmal abgedunkelt, lässt sich kein Licht mehr hineinholen. Keine Korrektur, kein Zurück. Es ist ein Medium, das Ehrlichkeit erzwingt.

Manchmal, wenn ich mehr Freiheit brauche oder der Tag ohnehin schon unruhig ist, greife ich zu Acrylfarben. Die verhalten sich völlig anders – schneller, direkter, kompromissloser. Mit Acryl ist alles möglich: helle Farbe über dunkle, dunkle über helle. Ich kann mich austoben, korrigieren, später Licht setzen, statt es im Vorfeld exakt zu planen. Es ist ein anderes Arbeiten – gröber vielleicht, aber auch unmittelbarer.

Das Lasieren – das Übereinanderschichten feinster Farbschleier – bleibt meine Konstante. Es funktioniert in beiden Techniken. Und manchmal ist es gerade diese ruhige, fast meditative Wiederholung, die mir am meisten gibt.